Ein elektrisches Keyboard mit 31 Tasten pro Oktave erweitert den mikrotonalen Klangraum, in dem sich das in Wien beheimatete Trio Terra scheinbar mühelos bewegt. Wer jetzt versteifte Spitzfindigkeiten und fein exerzierte, reine Terzen erwartet, liegt denkbar falsch. Mit Leichtigkeit verweben sich Fragmente persischer Musiktradition mit Elementen von Jazz und zeitgenössischer Musik. Sarvin Hazin (Violine), Anna Maria Niemic (Cello) und Amir Ahmadi (Claviton & Komposition) zeigen, dass das von Georg Vogel auf der Basis von musiktheoretischen Schriften aus der Renaissance entwickelte und auf einer 1/4 Komma-Stimmung aufbauende Tasteninstrument nicht auf die historische Aufführungspraxis reduziert werden muss. Hier trifft Mathematik auf Intuition, Virtuosität auf Gespür, Akustik auf Elektronik. Mikrotonaler Sternenstaub formiert sich zu atmosphärischen Bildern, unvorhergesehene Wendungen verzaubern das Publikum im Perronnord.